Akzeptanz von E 10-Kraftstoff

Vorbehalte der Autofahrer gegen Biokraftstoff E10 sitzen tief, Skepsis hat sich nach E 10-Gipfel am 8. März noch verschärft.

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Die deutschen Autofahrer haben nach wie vor kein Vertrauen in den neuen Biokraftstoff E 10 – und daran hat der sogenannte E 10-Gipfel am 8. März nichts ändern können. Im Gegenteil: Nach den Ergebnissen einer Blitz-Umfrage der Motor Presse Stuttgart hat sich die negative Haltung gegenüber E 10 sogar noch verstärkt. 18 Prozent der rund 1.100 Befragten gaben an, den Biosprit E 10 nach dem politischen Spitzentreffen noch skeptischer zu beurteilen als davor. Nur knapp drei Prozent sehen den Treibstoff nun positiver.

Die Anti-E 10-Front unter den deutschen Autofahrern steht: Mehr als zwei Drittel der befragten Leser von Autozeitschriften wie auto motor und sport, AUTOStrassenverkehr, Motor Klassik oder MOTORSPORT aktuell ist dafür, den neuen Biokraftstoff wieder vom Markt zu nehmen. Denn die Unsicherheit ist groß: Nur knapp die Hälfte der Befragten glaubt, dass über 90 Prozent der Autos in Deutschland E 10-Benzin problemlos vertragen. 31 Prozent der Teilnehmer an der Panel-Umfrage zweifeln daran, dass E 10 bedenkenlos getankt werden kann, selbst wenn es für ein Auto offiziell freigegeben ist. Ein kritisches Urteil fällen Probanden auch über die Informationspolitik der Mineralölkonzerne: 61 Prozent halten es für „nicht zutreffend“ oder „überhaupt nicht zutreffend“, dass sich jeder Autofahrer an der Tankstelle darüber informieren konnte, ob ein Auto E 10 verträgt oder nicht.
Von dem ökologischen Nutzen der Ethanol-Beimischungen ist nur eine verschwindend geringe Minderheit überzeugt. Lediglich knapp acht Prozent glauben, dass 35 Prozent der Treibhausgase durch E 10 eingespart werden können. Mehr als 71 Prozent halten das dagegen für nicht oder überhaupt nicht zutreffend. Allerdings rechnen gut 42 Prozent der Befragten damit, dass Mineralölkonzerne und Politik den Biosprit trotz aller Bedenken im Markt durchsetzen werden. Knapp 31 Prozent der Befragten trauen sich in diesem Punkt kein Urteil zu, nur ein gutes Viertel rechnet mit einem Scheitern von E 10.

Alle genannten Umfrageergebnisse stammen aus dem neu gestarteten Online-Access-Panel meinungsbildner.net. 2.500 Leser von Autozeitschriften der Motor Presse Stuttgart haben sich dort als Teilnehmer an regelmäßigen Panel-Befragungen zu Themen rund um Auto und Mobilität registriert. „Über die Panel-Teilnehmer liegen umfangreiche Struktur- und Einstellungsdaten vor, die eine gezielte Auswahl der Teilnehmer für vielfältige Zielgruppenbefragungen ermöglichen“, sagt Markus Eiberger, Leiter Research & Services bei der Motor Presse Stuttgart. Das Panel entspricht nicht einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Es setzt sich vielmehr aus besonders interessierten und gut informierten Lesern von Autozeitschriften mit Experten- und Meinungsbilderstatus zusammen. „Deren Urteile und Einschätzung nehmen häufig das vorweg, was sich deutlich später im Meinungs-Mainstream wiederfindet“, erklärt Eiberger. Daher gelte es auch, diese Meinungsbildner und -Multiplikatoren schnellstmöglich von E 10 zu überzeugen, da sie die Akzeptanz in der breiten Masse entscheidend prägen.

Die Umfrage zum Thema E 10 wurde in zwei Stufen abgewickelt: An einer Erstbefragung vom 28. Februar bis zum 7. März beteiligten sich gut 1.500 der Panel-Teilnehmer. Diese wurden nach dem E 10-Gipfel am 11. März zu einer Nachbefragung eingeladen, mit der über das Wochenende rund 1.100 abgeschlossene Online-Interviews eingesammelt werden konnten. „Die eindrucksvolle Rücklaufquote von rund 75 Prozent liefert einen eindrucksvollen Beleg für die hohe Motivation der Teilnehmer und die schnelle Reaktionsgeschwindigkeit unseres Panels“, urteilt Eiberger.

Ansprechpartner

Eiberger, Markus
Position: Gesamtanzeigenleitung Automobil
stv. Leitung Geschäftsbereich Anzeigen
Leitung Fachbereich Research & Services

Telefon: 0711 182-1759
E-Mail: meiberger@motorpresse.de